ICH ERZÄHLE EUCH EINE GESCHICHTE, EINE WAHRE GESCHICHTE...

 

GESCHICHTEN GIBT ES VIELE,

MEINE ERZÄHL ÜBER DAS LEBEN EINER FRAU, EINER JUNGEN FRAU DIE DAS LEBEN NOCH VOR SICH HAT UND DOCH SCHON ALLES ERLEBTE...

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DAS DORF 

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ICH BIN DIE SARA, BIN FÜNF JAHRE ALT, MEINE AUGEN SIND BLAU,  DIE HARRE BLOND UND SCHULTERLANG.

WENN ICH DIE AUGEN ÖFFNE SEHE ICH EIN HAUS, EIN KLEINES HAUS IN EINEM KLEINEN DORF. ES GIBT NICHT VIELE HÄUSER HIER, VIELLEICHT ZEHN DIE AUCH BEWOHNT SIND, EINE SCHULE IN DIE ICH BALD GEHEN WERDE UND EIN LADEN IN DEM ICH SELTEN BIN. MEINE ELTERN HABEN KAUM GELD, ICH KANN MIR SELTEN EIN EIS KAUFEN, ICH KANN MICH NICHT ERINNERN WANN WIR DAS LETZTE MAL GEMEINSAM EINKAUFEN WAREN, ES LIEGT ABER ACUH MÖGLICHERWEISE DARAN DAS WIR EIN BAUERNHOF HABEN UND DIE MEISTEN SACHEN UNS SELBST BESCHAFFEN ODER ES LIEGT AN WAS ANDEREM WAS ICH, IN MEINEM ALTER,  NOCH NICHT VERSTEHEN KANN.

ICH BIN NICHT ALLEINE, ICH HABE ELTERN UND DREI GESCHWISTER. MEINE MUTTER LIEBE ICH SEHR, SIE MACHT IMMER SO VIEL. EINE KLEINE FRAU MIT BRAUNEN, LOCKIGEN HARREN DIE KURZ GESCHNITTEN SIND. SIE SIEHT IMMER SO TRAURIG UND ERSCHÖPFT AUS, ICH HÖRE SIE OFT WEINEN UND DANN WEINE ICH AUCH, DAS SIEHT ABER NIEMAND UND ICH MÖCHTE NICHT DAS ES MEINE MUTTER SIEHT, DAS WÜRDE SIE NOCH TRAURIGER MACHEN.

MEIN VATER IST KEIN GUTER MENSCH, ICH HABE ANGST VOR IHM. ER HILFT MEINER MUTTER AUCH NICHT UND LÄSST SIE OFT ALLEINE. WENN ER DA IST WIRD MEINE MUTTER GANZ STILL, ICH WEISS DASS SIE AUCH ANGST HAT, ER TRINKT VIEL UND DANN BEKOMMT SIE SCHLÄGE AUCH WENN SIE ES NICHT VERDIENT HAT, DAS FINDE ICH UNGERECHT UND ES MACHT MICH TRAURIG.

MEINE GESCHWISTER SIND TOLL, MEIN BRUDER DARJO IST EIN JAHR ÄLTER ALS ICH, MARK IST EIN JAHR JÜNGER ALS ICH UND MEINE KLEINE SCHWESTER DIE ZWEI JAHRE JÜNGER ALS ICH IST HEISST JULIA. WIR HALTEN ZUSAMMEN UND TUN DAS WAS KINDER IMMER TUN WENN NUR NICHT DAS WEINEN WÄRE, ICH HABE MEINE GESCHWISTER AUCH NACHTS WEINEN GEHÖRT.

WENN ICH GANZ TRAURIG BIN UND ALEINE SEIN MÖCHTE VERSTECKE ICH MICH AUF DEM DACHBODEN, DA GEHT NIEMAND REIN. AUF DEM DACHBODEN IST ES MEISTENS DUNKEL, ES GIBT NUR EIN GANZ KLEINES FENSTER AN DEM ICH IMMER SITZE WENN ICH DORT BIN. UM MICH HERUM LIEGEN GANZ VIELE ALTE SACHEN, KARTONS, SÄCKE UND ANDERES WAS MAN ÜBER DIE JAHRE GESAMMELT HAT UND WUSSTE NICHT WOHIN DAMIT. WENN ICH AN DEM KLEINEN FENSTER SITZE, SCHAUE ICH OFT DEN MENSCHEN ZU DIE AN UNSEREM HAUS VORBEI LAUFEN ODER MIT PFERDEKUTSCHEN VORBEIFAHREN. UNSER HAUS LIEGT AN DER EINZIGEN STRASSE DIE ES IM DORF GIBT, ZWISCHEN DEM HAUS UND DER STRASSE IST NUR UNSER KLEINER VORGARTEN, WENN MAN DAS ÜBERHAUPT SO NENNEN DARF UND DIREKT DAHINTER EIN ZAUN AUS HOLZ. IN DEM VORGARTEN SIEHT MAN NICHT VIELE BLUMEN, DIE WERDEN VON DEM UNKRAUT ZU SEHR BEDECKT DAS MANCHMAL HÖHER GEWACHSEN IST ALS ICH ES BIN. DIE EINZIGEN BLUMEN DIE MAN ZWISCHEN ENTDECKT SIND PIWONIE.

BEI UNS IM HOF GIBT ES NICHT VIEL, TIERE HABEN WIR AUCH NICHT VIELE, EIN PFERD UND HÜHNER DIE AUF DEM HOF LAUFEN. EIN PAAR GEBÄUDE LINKS VOM HAUS UND EINE GROSSE SCHEUNE AM ENDE DES HOFS, HAUS GEGENÜBER. HINTER DER SCHEUNE EINE GROSSE WIESE DIE MIT EINEM SCHMALLEN FLUSS, ÜBER DEN MAN EINFACH DRÜBER SPRINGEN KANN, ENDET. HINTER DEM FLUSS ERSTRECKTE SICH LAND.

IM HAUS GAB ES AUCH NUR DAS NÖTIGSTE. EINE TREPPE DIE VOM HOF IN DAS HAUS FÜHRTE HATTE FÜNF STUFEN, MARK HAT SICH EIN MAL DEN ARM GEBROCHEN ALS ER DIE TREPPE RUNTER FIEL. HINTER DER EINGANSTÜR WAR EIN KLEINER VORRAUM IN DEM RECHTS DIE TREPPE ZUM DACHBODEN WAR, GERADE AUS NOCH EINE TÜR DIE ZU EINEM RAUM FÜHRTE DER UNSERE KÜCHE WAR, EIN TISCH UND EIN KREDENZ BEFANDEN SICH DRIN,EINE KLAPPE IM BODEN ZU DEM SPEICHER WO KARTOFFELN UND KONSERVEN GELAGERT WURDEN. EIN RAUM LINKS, DA STAND EIN GROSSES BETT, DAS BETT TROTZ DER GRÖSSE SCHIEN ETWAS VERLOREN IN DEM GROSSEN ZIMMER, IN DEM ALLE KINDER ZU NACHTRUHE GELEGT WURDEN. AN DIE ANDEREN ZIMMER KANN ICH MICH NICHT MEHR ERINNERN...

IN DEM HAUS WOHNE NOCH JEMAND...

EINE ALTE FRAU DIE DIE MUTTER MEINES VATERS WAR, ICH WEISS DAS SIE BIS HEUTE VON MEINER MUTTER ALS DIE ALTE HEXE GENANNT WIRD, ICH HABE LEIDER KEINE ERINNERUNG MEHR AN SIE. SIE HATTE EIN ZIMMER IM HAUS GANZ ALLEINE FÜR SICH.

HEXEN HAB ES BEI UNS IM DORF SCHEINBAR MEHRERE, AN EINE KANN ICH MICH GANZ BESONDERS ERINNERN, UNSERE NACHBARIN. IHR HAUS STAND AN DER STRASSE LINKS VON UNSEREM UND SAH UNSEREM SEHR ÄHNLICH, WIE DIE MEISTEN HÄUSER IM DORF, NUR DER EINGANG WAR AN EINER ANDEREN STELLE. DIE FRAU WAR ALT UND WAS MIR AUFGEFALLEN IST IST DASS SIE IMMER IN DER FRÜH BRENNESSELN SAMMELN GING, SIE KAM DANN MIT EINER VOLLEN TÜTE ZURÜCK UND MACHTE SICH WAS ZU ESSEN DARAUS. JEDES MAL MISCHTE SIE DIE BRENNESSELN MIT MILCH UND BRÖTCHENKRÜMMELN IN EINEN GROSSEN BECHER UND HAT ES SICH VOM HAUS GEMÜTLICH GEMACHT UM DEN BREI AUS DEM BECHER MIT EINEM LÖFEL ZU ESSEN. ICH HATTE KEINE ANGST VOR IHR DENOCH DACHTE ICH IMMER SIE MUSS EINE HEXE SEIN.

.....WF